5. Buch des Haǧǧs

1. Unterkapitel: Grenzen der Pilgerweihe (mawāqīt)

215. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von ʿAbdullāh b. ʿAbbās, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, für die Leute aus Medina Ḏū al-Ḥulaifa, für die Leute aus der Levante al-Ǧuḥfa, für die Leute aus Nedschd Qarn al-Manāzil und für die Leute aus dem Jemen Yalamlam als Pilgergrenze festlegte. Er sagte: „Diese (Orte) sind für sie (als Pilgergrenze gedacht) und für jeden nicht Ansässigen, der dort durchreist, wenn er den Hadsch oder die ʿumra machen will. Wer jedoch näher (zu Mekka) wohnt, der soll von seinem Wohnsitz aus (die Pilgerweihe) beginnen, und die Bewohner Mekkas von Mekka aus.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 215

216. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, sagte: „Die Leute aus Medina treten von Ḏū al-Ḥulaifa an in den Weihezustand ein, die Leute aus der Levante von al-Ǧuḥfa und die Leute aus Nedschd von Qarn.” ʿAbdullāh sagte: „Ich erfuhr, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, sagte: „Und die Leute aus dem Jemen treten von Yalamlam an in den Weihezustand ein.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 216

2. Unterkapitel: Welche Kleidung der Pilger im Weiezustand trägt

217. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass ein Mann den Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, fragte: „O Gesandter Allahs, was soll der Pilger tragen?” Er antwortete: „Er darf keine Hemden, Turbane, Hosen, Kapuzenumhänge oder Ledersocken anziehen, außer wenn jemand keine Sandalen findet, so kann er Ledersocken anziehen, muss sie jedoch unterhalb der Knöchel abschneiden. Er darf nichts tragen, was mit Safran oder Safranbaum in Berührung gekommen ist.​​” In einer Überlieferung in Ṣaḥīḥ al-Buḫārī steht: „Die Frau darf keinen Gesichtsschleier (niqāb) anziehen und auch keine Handschuhe.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 217

218. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von ʿAbdullāh b. ʿAbbās, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: Ich hörte den Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, am Tag von Arafat eine Predigt halten: „Wer keine Sandalen findet, soll Ledersocken anziehen. Wer keinen Wickelrock (izār) hat, soll Hosen anziehen.” Dies galt dem Pilger.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 218

219. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Pilgerruf (talbīya) des Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, so lautete: „labbaik Allāhumma labbaik, labbaik lā šarīka laka labbaik, inna al-ḥamda wa an-niʿmata laka wa al-mulk, la šarīka laka - Stets zu Diensten, o Allah, stets zu Diensten! Stets zu Diensten, Du hast keinen Teilhaber, stets zu Diensten! Das Lob, die Gunst und die Herrschaft gebühren Dir, Du hast keinen Teilhaber!” Er (der Überlieferer von ʿAbdullāh) sagte: „ʿAbdullāh b. ʿUmar fügte üblicherweise noch hinzu: „labbaik labbaik wa saʿdaik, wa al-ḫairu bi-yadaik, wa ar-raġbāʾ ilaik wa al-ʿamal” - stets zu Diensten, stets zu Diensten und um Deiner Zufriedenheit willen! Das Gute ist in Deinen Händen, und das Verlangen nach Dir und alle Taten.“

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 219

220. Von: Abū Hurayra

Von Abū Huraira, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, sagte: „Es ist einer Frau, die an Allah und den jüngsten Tag glaubt, nicht erlaubt, eine Tages- und Nachtreise ohne einen männlichen Vormund (maḥram) zu reisen.”

In einer Überlieferung in Ṣaḥīḥ al-Buḫārī steht: „Sie darf keine Tagesreise reisen, es sei denn, mit einem männlichen Vormund.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 220

3. Unterkapitel: Sühneleistung (fidya)

221. Von: ʿAbdullāh b. Maʿqil b. Muqarrin

Von ʿAbdullāh b. Maʿqil, möge Allah mit ihm zufrieden sein: Als ich eines Tages bei Kaʿb b. ʿUǧra saß, fragte ich ihn über die Sühneleistung (fidya). Er sagte: „Sie wurde wegen mir offenbart, gilt jedoch für euch alle. Ich wurde zum Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, gebracht, als mir die Läuse schon ins Gesicht fielen. Er sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass dein Leiden - oder die Ermüdung - schon dieses Ausmaß erreicht hat. Kannst du ein Schaf auftreiben?” Ich antwortete: „Nein!” Da sagte er: „Dann faste drei Tage oder speise sechs Bedürftige, jeden Bedürftigen einen halben ṣāʿ.” In einer Überlieferung heißt es: „Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, wies an, einen faraq an sechs Bedürftige zu verteilen, ein Schaf zu opfern oder drei Tage zu fasten.“

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 221

4. Unterkapitel: Unantastbarkeit Mekkas

222. Von: Abū Šurayḥ al-ʿAdawī

Abū Šuraiḥ - Ḫuwailid b. ʿAmr - al-Ḫuzāʿiī al-ʿAdawī, möge Allah mit ihm zufrieden sein, sagte einst zu ʿAmr b. Saʿīd b. al-ʿĀṣ, der Gesandtschaften nach Mekka schickte: „Erlaube mir, o Emir, dir etwas zu berichten, was der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, am Morgen nach der Einnahme (Mekkas) tat. Meine beiden Ohren hörten dies, mein Herz nahm es auf und meine Augen sahen ihn, als er dies sagte. Er pries und lobte Allah, dann sagte er: ‚Allah erklärte Mekka für unantastbar, und nicht die Menschen. So ist es einer Person, die an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, nicht erlaubt, Blut darin zu vergießen oder einen Baum abzuhacken. Wenn jemand den Kampf des Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, dort zum Vorwand nimmt, um darin zu kämpfen, dann sagt: »Allah hat dies Seinem Gesandten erlaubt, und nicht euch.« Und es wurde mir nur für eine Weile an einem Tag erlaubt. Und heute ist Mekka wieder so unantastbar, wie es gestern war. So soll dies der Anwesende dem Abwesenden verkünden.'“ Abū Šuraiḥ wurde gefragt: „Was hat ʿAmr darauf gesagt?” (Er antwortete): „Er sagte: Ich weiß mehr darüber als du, o Abū Šuraiḥ. Der heilige Bezirk (ḥaram) gewährt weder einem Sündigen, einem Mörder, noch einem mit Kaputtem Flüchtenden Zuflucht.”

Das Kaputte (ḫarba) wird als Verbrechen gedeutet, andere interpretieren es als Unheil oder Anschuldigung. Ursprünglich wurde es für den Kameldiebstahl verwendet. Ein Dichter sagte:

Und der Kaputte (ḫārib), der Dieb, liebt das Kaputte (ḫārib).

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 222

223. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von ʿAbdullāh b. ʿAbbās, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, am Tag der Eroberung Mekkas sagte: „Es gibt keine Auswanderung mehr nach der Einnahme (Mekkas), jedoch die Bemühung (ǧihād) und die Absicht. Und wenn ihr zum Kampf aufgerufen werdet, dann zieht aus!” Er sagte zudem am Tag der Eroberung Mekkas: „Diesen Ort erklärte Allah am Tag für unantastbar, an dem er die Himmel und die Erde erschuf. Also ist er bis zum Jüngsten Tag durch Allahs Geheiß unantastbar. Der Kampf war darin niemandem vor mir erlaubt und mir wurde das Kämpfen darin nur für eine Weile eines Tages erlaubt. Also ist er bis zum Jüngsten Tag durch Allahs Geheiß unantastbar. Dornbüsche darin dürfen nicht abgehackt, Wild nicht aufgescheucht und verlorene Gegenstände nicht aufgehoben werden, außer man macht sie bekannt, und es darf dort kein Kraut ausgerissen werden.” Darauf sagte al-ʿAbbās: „O Gesandter Allahs, außer das Kamelgras. Es wird in der Schmiede und zu Hause benutzt.” Da erwiderte er: „Außer Kamelgras.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 223

5. Unterkapitel: Was man töten darf

224. Von: ʿĀʾiša bt. Abī Bakr

Von ʿĀʾiša, möge Allah mit ihr zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, sagte: „Fünf Tiere sind Unheilstifter und dürfen im heiligen Bezirk getötet werden: Die Krähe, der Milan, der Skorpion, die Maus und der bissige Hund.” In einer Überlieferung in Ṣaḥīḥ Muslim steht: „Fünf Unheilstifter werden im heiligen Bezirk und außerhalb getötet.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 224

6. Unterkapitel: Über das Betreten Mekkas und Sonstiges

225. Von: Anas b. Mālik al-Anṣārī

Von Anas b. Mālik, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, einen Helm auf seinem Kopf trug, als er Mekka im Jahr der Eroberung (Mekkas) betrat. Als er ihn abnahm, kam ein Mann zu ihm und sagte: „Ibn Ḫaṭal klammert sich an den Vorhängen der Kaaba fest.” Er sagte: „Tötet ihn!”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 225

226. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, Mekka von Kadāʾ aus vom oberen Bergpass betrat, der in al-Baṭḥāʾ ist, und vom unteren Bergpass verließ.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 226

227. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, Usāma b. Zaid, Bilāl und ʿUṯmān b. Ṭalḥa die Kaaba betraten und die Tür schlossen. Als sie die Tür wieder öffneten, war ich der Erste, der sie betrat. Ich traf Bilāl und fragte ihn: „Hat der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, gebetet?” Er antwortete: „Ja, zwischen den zwei jemenitischen Säulen.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 227

228. Von: ʿUmar b. al-Ḫaṭṭāb

Von ʿUmar, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass er zum schwarzen Stein ging, ihn küsste und sagte: „Ich weiß, dass du nur ein Stein bist, der weder nützt noch schadet. Hätte ich den Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, dich nicht küssen sehen, hätte ich dich nicht geküsst.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 228

229. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von ʿAbdullāh b. ʿAbbās, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: Als der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, und seine Gefährten in Mekka ankamen, sagten die Götzendiener: „Die Menschen, die zu euch kommen, sind vom Fieber in Yaṯrib (Medina) schwach geworden.” Also ordnete der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, seine Gefährten an, in den ersten drei Umrundungen (um die Kaaba) zügig zu gehen, jedoch zwischen den zwei Säulen normal zu gehen. Um sie zu schonen, wies er sie nicht an, in allen sieben Runden schnell zu gehen.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 229

230. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: Ich sah den Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, in Mekka ankommen. Als er den schwarzen Stein berührte, eilte er in den ersten drei Runden.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 230

231. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von ʿAbdullāh b. ʿAbbās, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, (die Kaaba) in der Abschiedspilgerfahrt auf einem Kamel umrundete und die Ecke (den schwarzen Stein) mit einem Hirtenstab berührte.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 231

232. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: Ich sah den Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, nur die zwei jemenitischen Säulen der Kaaba berühren.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 232

7. Unterkapitel: Der tamattuʿ

233. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von Abū Ǧamra Naṣr b. ʿImrān aḍ-Ḍubaʿī: Ich fragte Ibn ʿAbbās über den Genuss (tamattuʿ), er wies mich an, dies zu tun. Und ich fragte ihn über das Opfertier. Er sagte: „Entweder ein Kamel, eine Kuh, ein Schaf oder eine Beteiligung mit anderen.” Manchen Leuten schien dies (die Beteiligung) zu missfallen. Als ich schlief, sah ich in meinem Traum eine Person, die rief: „Einen angenommenen Hadsch und ein angenommener Genuss!“ Ich ging zu Ibn ʿAbbās und berichtete ihm davon, worauf er erwiderte: „Allah ist der Größte! Die Sunna von Abū al-Qāsim.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 233

234. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, bei seiner Abschiedspilgerfahrt die ʿumra auf den Hadsch folgen ließ und ein Opfertier darbrachte, das er von Ḏū al-Ḥulaifa mitbrachte. Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, begann damit, die Absicht für die ʿumra zu fassen, danach fasste er die Absicht zum Hadsch. Die Menschen folgten dem Gesandten und fassten ebenfalls die Absicht, die ʿumra mit dem Hadsch zu verbinden. Manche weihten ein Opfertier und führten es ab Ḏū al-Ḥulaifa mit, andere wiederum hatten kein Opfertier. Als der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, ankam, sagte er zu den Menschen: „Wer ein Opfertier bei sich hat, dem ist nichts erlaubt, was ihm verboten war, bis er seinen Hadsch beendet hat. Wer von euch kein Opfertier bei sich hat, der soll die Kaaba umrunden, den rituellen Lauf zwischen den Hügeln Ṣafā und Marwa durchführen, seine Haare schneiden und den Zustand der Pilgerweihe (iḥrām) beenden. Später soll er in iḥrām für den Hadsch eintreten und opfern. Wer kein Opfertier finden kann, soll drei Tage im Hadsch fasten und sieben Tage, nachdem er zu seiner Familie zurückgekehrt ist.” Als er in Mekka ankam, umrundete der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, die Kaaba. Zuerst berührte er den schwarzen Stein, dann eilte er in den ersten drei Runden und ging in den restlichen vier. Er betete nach der Umschreitung zwei rakʿa beim Standort Ibrāhīms (maqām Ibrāhīm), beendete das Gebet mit dem taslīm und wandte sich ab. Sodann ging er zum Hügel Ṣafā und schritt zwischen ihm und Marwa siebenmal. Danach blieben ihm alle Sachen verboten, bis er seinen Hadsch abschloss, sein Opfertier schlachtete und die Kaaba umrundete. Anschließend war ihm wieder alles erlaubt. Die Menschen, die ein Opfertier geweiht und bei sich hatten, taten dasselbe wie der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 234

235. Von: Ḥafṣa bt. ʿUmar

Von Ḥafṣa, der Frau des Propheten, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, die sagte: „O Gesandter Allahs, warum beendeten die Leute den Iḥrām-Zustand, und du nicht?” Er antwortete: „Ich habe mein Haar eingewachst und mein Opfertier mitgenommen, also werde ich diesen Zustand erst verlassen, nachdem ich geschlachtet habe.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 235

236. Von: ʿImrān b. Ḥuṣayn

Von ʿImrān b. Ḥuṣain, möge Allah mit ihm zufrieden sein: „Der Vers über den tamattuʿ wurde im Buch Allahs offenbart und wir taten dies so mit dem Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil. Es wurde weder im Koran etwas offenbart, das dies (den tamattuʿ) verbietet, noch verbot es der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, bis er starb. Da kann jemand behaupten, was er will.” Al-Buḫārī sagte: „Es heißt, dass damit ʿUmar gemeint war.” In einer Überlieferung in Ṣaḥīḥ Muslim steht: „Der Vers über den tamattuʿ“, die Hadschform des tamattuʿ, „wurde offenbart, außerdem wies uns der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, an, dies zu tun. Danach wurde weder ein Vers offenbart, der den Vers über den tamattuʿ beim Hadsch aufhebt, noch verbot dies der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, bis er starb.” Sie (Ḥafṣa) überliefert Ähnliches.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 236

8. Unterkapitel: Über das Opfertier

237. Von: ʿĀʾiša bt. Abī Bakr

Von ʿĀʾiša, möge Allah mit ihr zufrieden sein: „Ich habe das Gehänge für die Opfertiere des Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, vorbereitet. Er markierte danach die Opfertiere und brachte - oder ich brachte - das Gehänge an ihnen an. Danach schickte er sie zur Kaaba, während er in Medina blieb. Ihm war dadurch noch nichts verboten, was ihm sonst erlaubt war.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 237

238. Von: ʿĀʾiša bt. Abī Bakr

Von ʿĀʾiša, möge Allah mit ihr zufrieden sein: „Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, bestimmte einmal Schafe als Opfertier.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 238

239. Von: Abū Hurayra

Von Abū Huraira, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Prophet Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, einst einen Mann sah, der sein Opfertier führte. Er sagte: „Reite darauf!” Er erwiderte: „Es ist ein Opfertier.” Er sagte: „Reite darauf!” Ich sah, wie er darauf ritt und neben dem Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, Schritt hielt.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 239

240. Von: ʿAlī b. Abī Ṭālib

Von ʿAlī b. Abī Ṭālib, möge Allah mit ihm zufrieden sein: Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, wies mich an, mich um seine Opfertiere zu kümmern, ihr Fleisch, ihre Haut und ihre Innereien zu spenden und dem Metzger nichts davon zu geben. Er sagte: „Wir geben ihm etwas von uns.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 240

241. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von Ziyād b. Ǧubair: Ich sah Ibn ʿUmar zu einem Mann gehen, der sein Kamel niederknien ließ, um es zu schlachten. Er sagte: „Lass es aufstehen, aber lass es angebunden! Halte dich an die Sunna Muḥammads, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil!”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 241

9. Unterkapitel: Das rituelle Bad des Pilgers im Weihezustand

242. Von: Abū Ayyūb al-Anṣārī

Von ʿAbdullāh b. Ḥunain, dass ʿAbdullāh b. ʿAbbās und al-Miswar b. Maḫrama, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, eine Meinungsverschiedenheit hatten, als sie in al-Abwāʾ waren. Ibn ʿAbbās sagte: „Der Pilger im Weihezustand (muḥrim) darf seinen Kopf waschen.” Al-Miswar sagte hingegen: „Der muḥrim darf seinen Kopf nicht waschen.” Also schickte mich Ibn ʿAbbās zu Abū Aīyūb al-Anṣārī, möge Allah mit ihm zufrieden sein. Ich fand ihn auf, als er mit einem Tuch abgeschirmt zwischen Pfosten duschte. Ich grüßte ihn, worauf er fragte: „Wer ist das?” Ich antwortete: „Ich bin ʿAbdullāh b. Ḥunain. ʿAbdullāh b. ʿAbbās hat mich zu dir geschickt, damit ich dich frage, wie der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, seinen Kopf wusch, wenn er im Zustand der Pilgerweihe war?” Abū Aīyūb legte seine Hand auf das Tuch und zog es so nach unten, dass ich seinen Kopf sehen konnte. Dann sagte er zu einer Person, die ihm Wasser goss: „Gieß!“ Dieser schüttete Wasser über seinen Kopf und er rieb sich den Kopf mit seinen Händen, indem er von vorne nach hinten fuhr, und sagte: „So habe ich es ihn, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, tun sehen.” In einer Überlieferung steht: „Al-Miswar sagte zu Ibn ʿAbbās: ‚Ich argumentiere danach nie wieder mit dir.'”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 242

10. Unterkapitel: Aufhebung des Hadschs und dessen Umwandlung in eine ʿumra

243. Von: Ǧābir b. ʿAbdullāh al-Anṣārī

Von Ǧābir b. ʿAbdillāh, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, und seine Gefährten die Absicht zum Hadsch fassten, allerdings hatte außer dem Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, und Ṭalḥa keiner von ihnen ein Opfertier dabei. Als ʿAlī aus dem Jemen ankam, sagte er: „Ich fasse dieselbe Absicht zum Hadsch wie der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil.” Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, wies seine Gefährten an, ihre Absicht in eine ʿumra abzuändern. Sie sollten (die Kaaba) umrunden, dann die Haare kürzen und den Iḥrām-Zustand verlassen, außer derjenige, der sein Opfertier mit sich führte. Sie sagten darauf: „Gehen wir etwa (zum Hadschbeginn) mit tropfenden Gliedern nach Minā?!” Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, hörte ihre Aussage und sagte: „Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich mein Opfertier nicht mitgenommen. Würde ich mein Opfertier nicht bei mir haben, hätte ich den Iḥrām-Zustand verlassen.” ʿĀʾiša hatte ihre Menstruation, sie hielt alle Riten ein, doch umschritt sie die Kaaba nicht. Als sie wieder rein war, umrundete sie die Kaaba. Sie sagte: „O Gesandter Allahs, ihr brecht mit einem Hadsch und einer ʿumra auf und ich nur mit einem Hadsch?” Daraufhin ordnete er ʿAbdurraḥmān b. Abī Bakr an, sie nach Tanʿīm zu bringen, sodass sie die ʿumra nach dem Hadsch durchführte.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 243

244. Von: Ǧābir b. ʿAbdullāh al-Anṣārī

Von Ǧābir b. ʿAbdillāh, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: Als wir (in Mekka) mit dem Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, ankamen, sagten wir: „labbaika bi-l-haǧǧ - stets zu Deinen Diensten zum Hadsch!“ Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, wies uns indes an, dies in eine ʿumra abzuändern.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 244

245. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von ʿAbdullāh b. ʿAbbās, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: Der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, und seine Gefährten kamen (in Mekka) am Morgen des vierten Ḏū al-Ḥiǧǧa an. Er gebot ihnen, ihre Absicht in eine ʿumra abzuändern. Sie fragten: „O Gesandter Allahs, was ist dann erlaubt?” Er antwortete: „Alles (sonst) Erlaubte.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 245

246. Von: ʿUrwa b. al-Zubayr

Von ʿUrwa b. az-Zubair: Ich war dabei, als Usāma b. Zaid gefragt wurde: „Wie ritt der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, in seiner Abschiedspilgerfahrt, als er (von ʿArafa) aufbrach?” Er antwortete: „Meist ritt er im Trab, und wenn er eine Lücke fand, galoppierte er.” Der Trab (ʿanaq) ist eine mittlere Geschwindigkeit und der Galopp (naṣṣ) ist schneller.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 246

247. Von: ʿAbdullāh b. ʿAmr b. al-ʿĀṣ

Von ʿAbdullāh b. ʿAmr, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, in seiner Abschiedspilgerfahrt verweilte und die Menschen ihm Fragen stellten. Ein Mann fragte: „Ich war unaufmerksam und habe meine Haare rasiert, bevor ich mein Opfertier opferte.” Er sagte: „Schlachte, das macht nichts!” Ein anderer kam und fragte: „Ich war unaufmerksam und habe mein Opfertier geopfert, bevor ich die Steinsäulen beworfen habe.” Er antwortete: „Bewirf sie, das macht nichts!” Er antwortete an jenem Tag auf alles, was die Reihenfolge betraf, mit: „Mach es, das macht nichts!”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 247

248. Von: ʿAbdullāh b. Masʿūd

Von ʿAbdurraḥmān b. Yazīd an-Naḫaʿī, der einst mit Ibn Masʿūd, möge Allah mit ihm zufrieden sein, zum Hadsch ging. Er sah ihn die große Steinsäule mit sieben Steinchen bewerfen, wobei die Kaaba links und Minā rechts von ihm war. Dann sagte er: „Dies ist der Ort, an dem ihm die Sure al-Baqara (‚die Kuh') offenbart wurde.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 248

249. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, sagte: „O Allah, erbarme Dich derer, die ihre Haare rasieren!” Die Leute fragten: „Und diejenigen, die sie kürzen, o Gesandter Allahs?” Er erwiderte: „O Allah, erbarme Dich derer, die ihre Haare rasieren!” Die Leute fragten erneut: „Und diejenigen, die sie kürzen, o Gesandter Allahs?” Er erwiderte: „O Allah, erbarme Dich derer, die ihre Haare rasieren!” Sie fragten abermals: „Und diejenigen, die sie kürzen, o Gesandter Allahs?” Er entgegnete: „Und derer, die sie kürzen!”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 249

250. Von: ʿĀʾiša bt. Abī Bakr

Von ʿĀʾiša, möge Allah mit ihr zufrieden sein: Als wir mit dem Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, beim Hadsch waren, umrundeten wir die Kaaba am Festtag. Da bekam Ṣafiīya ihre Periode, und der Prophet, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, wollte von Ṣafiyya, was ein Mann von seiner Frau will. Ich sagte: „O Gesandter Allahs! Sie hat ihre Periode.” Er erwiderte: „Wird sie uns aufhalten?” Sie antworteten: „Sie hat am Festtag schon die Pflichtumrundung gemacht.” Da sagte er: „Brecht auf!” In einer Überlieferung steht, dass der Prophet, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, sagte: „Hals- und Beinbruch! Hat sie am Festtag die Umrundung gemacht?” Jemand antwortete: „Ja!” Da erwiderte er: „Dann brich auf!”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 250

251. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās

Von ʿAbdullāh b. ʿAbbās, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: Die Menschen wurden angewiesen, die Kaaba zu umrunden, bevor sie (Mekka) verlassen, doch wurden menstruierende Frauen davon entbunden.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 251

252. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ʿAbdullāh b. ʿUmar, möge Allah mit ihnen zufrieden sein: „Al-ʿAbbās b. ʿAbd al-Muṭṭalib bat den Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, um Erlaubnis, in den Nächten von Minā in Mekka zu übernachten, um die Pilger mit Wasser versorgen zu können. Er willigte ein.”

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 252

253. Von: ʿAbdullāh b. ʿUmar

Von ihm (ʿAbdullāh b. ʿUmar), möge Allah mit ihnen zufrieden sein, dass der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, das Abend- und Nachtgebet in Muzdalifa zusammenfasste, und zwar mit einer iqāma für jedes Gebet. Er betete weder zwischen beiden Gebeten, noch danach freiwillige Gebete.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 253

11. Unterkapitel: Pilger im Weihezustand essen Wild, das Nichtpilger erlegen

254. Von: Leer

Von Abū Qatāda al-Anṣārī, möge Allah mit ihm zufrieden sein: Als der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, zum Hadsch ging, begleiteten ihn Leute. Eine Gruppe, unter denen Abū Qatāda war, wurde angewiesen, einen anderen Weg zu nehmen. Er sagte: „Nehmt den Weg entlang der Küste, bis wir uns treffen.” Also reisten sie entlang der Küste. Nachdem sie losgezogen waren, traten alle den Iḥrām-Zustand ein außer Abū Qatāda, der nicht die Pilgerweihe begann. Unterwegs sahen sie Wildesel. Abū Qatāda preschte auf die Wildesel zu und erlegte eine Eselstute. Wir rasteten und aßen von ihrem Fleisch. Dann sagten wir: „Essen wir Wild, obwohl wir im Iḥrām-Zustand sind?!” Wir nahmen die Überreste des Fleisches mit. Als wir den Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, wieder trafen, fragten wir ihn danach. Er antwortete: „Hat einer von euch ihn gebeten, sie anzugreifen, oder auf sie gedeutet?” Sie erwiderten: „Nein.” Da sagte der Gesandte Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil: „Esst, was vom Fleisch übrig ist!” In einer Überlieferung heißt es, dass er sagte: „Ist etwas übriggeblieben?” Ich antwortete: „Ja.” Also gab ich ihm seinen Oberlauf und er aß davon.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 254

255. Von: Al-Ṣaʿb b. Ǧaṯṯāma al-Layṯī

Von aṣ-Ṣaʿb b. Ǧaṯṯāma al-Layṯī, möge Allah mit ihm zufrieden sein, der dem Gesandten Allahs, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, ein Wildesel schenkte, als er in al-Abwāʾ - oder Wuddān - war, doch nahm er ihn nicht an. Als er die Enttäuschung in meinem Gesicht bemerkte, sagte er: „Wir haben es nur zurückgewiesen, weil wir im Zustand der Pilgerweihe sind.” In einer Überlieferung in Ṣaḥīḥ Muslim steht: „Die Haxe eines Esels.” In einer anderen Überlieferung heißt es: „Ein Teil eines Esels.” In einer anderen Überlieferung steht: „Das Hinterteil eines Esels.” Dieser Hadith bedeutet, dass der Prophet, Allah halte ihn in Ehren und gewähre ihm Heil, davon ausging, dass es seinetwegen gejagt wurde. Und der Pilger im Weihezustand darf kein Wild essen, das seinetwegen gejagt wurde.

Referenz: ʿUmdat al-aḥkām 255