Al-Buḫārī — Hadis 7
1. Unterkapitel: Wie die Offenbarung an den Gesandten Allahs ﷺ begann Und die Worte desjenigen, der in Ehren erwähnt wird: „Wir offenbarten dir wahrhaftig, wie Wir auch Nūḥ und den Propheten nach ihm offenbarten.“
7. Von: ʿAbdullāh b. ʿAbbās
Es lehrte uns ʾAbū al-Yamān al-Ḥakam ibn Nāfiʿ. Er sagte: Es berichtete uns Šuʿaib von az-Zuhrī, es berichtete mir ʿUbaydullāh ibn ʿAbdillāh ibn ʿUtba ibn Masʿūd, dass ʿAbdullāh ibn ʿAbbās ihm berichtete, dass ʾAbū Sufyān ibn Ḥarb ihm berichtete: Herakleios bat ihn zusammen mit einer Gruppe Quraischiten zu sich. Sie waren als Händler in der Levante in jener Zeit, die der Gesandte Allāhs ﷺ ʾAbū Sufyān und den nichtmuslimischen Quraischiten gewährte. Sie suchten ihn also auf, als sie gerade in ʾĪlyāʾ waren. Und so ließ er sie ein, um ihn herum standen oströmische Würdenträger. Er hieß sie vortreten und rief nach seinem Dolmetscher. Er fragte: „Wer von euch ist am nächsten mit diesem Mann verwandt, der behauptet, ein Prophet zu sein?“ ʾAbū Sufyān sagte: „Ich antwortete: ‚Ich bin am nächsten mit ihm verwandt.' Er fuhr fort: ‚Bringt ihn vor mich und lasst seine Gefährten näher herankommen, sie sollen hinter seinem Rücken sein!' Dann sagte er zu seinem Dolmetscher: ‚Sag ihnen, ich frage diesen nach diesem Mann. Wenn er mich anlügt, sollt ihr seine Lüge offenlegen!' Bei Allāh, hätte ich mich nicht davor geschämt, dass sie mich beim Lügen ertappen, so hätte ich über ihn gelogen. Das erste, wonach er mich fragte, war: ‚Wie ist seine Abstammung unter euch?' Ich antwortete: ‚Er stammt aus einer bei uns angesehenen Familie.' Er fragte: ‚Hat jemand unter euch so etwas jemals vor ihm gesagt?' Ich antwortete: ‚Nein.' Er fragte: ‚War unter seinen Vorfahren ein König?' Ich antwortete: ‚Nein.' Er fragte: ‚Folgen ihm die Edelleute oder die Schwachen?' Ich antwortete: ‚Eher die Schwachen.' Er fragte: ‚Nehmen sie ab oder zu?' Ich antwortete: ‚Sie nehmen eher zu.' Er fragte: ‚Fällt manch einer von ihnen aus Hass gegen seine Religion vom Glauben ab, nachdem er sie angenommen hatte?' Ich antwortete: ‚Nein.' Er fragte: ‚Habt ihr ihn der Lüge bezichtigt, bevor er diese Worte äußerte?' Ich antwortete: ‚Nein.' Er fragte: ‚Betrügt er?' Ich antwortete: ‚Nein, aber wir haben mit ihm eine Frist abgemacht und wissen nicht, was er in ihr tun wird.' Ich hatte bei keinem anderen Satz die Möglichkeit, etwas hinzuzufügen, bis auf diesen Satz. Er fragte: ‚Habt ihr gegen ihn gekämpft?' Ich antwortete: ‚Ja.' Er fragte: ‚Wie lief euer Kampf gegen ihn ab?' Ich antwortete: ‚Der Krieg zwischen uns ist wechselseitig, er schlägt uns und wir ihn.' Er fragte: ‚Was gebietet er euch?' Ich antwortete: ‚Er sagt: Verehrt Allāh allein und gesellt Ihm nichts bei, und lasst von dem ab, was eure Vorväter sagten, und er gebietet uns das Gebet, die Zakāt, Ehrlichkeit, Keuschheit und Kontaktpflege.' Da sagte er zu seinem Dolmetscher: ‚Sag ihm: Ich habe dich nach seiner Abstammung gefragt, und du hast erwähnt, dass er unter euch von guter Abstammung ist. Und so ist es auch mit den Gesandten, sie werden zu den Leuten entsandt, von denen sie abstammen. Und ich habe dich gefragt, ob jemand von euch diese Worte geäußert hatte, und du hast dies verneint. Ich denke mir, hätte jemand dies zuvor gesagt, so hätte ich gesagt, er ist ein Mann, der Worte wiederholt, die schon vor ihm gesagt wurden. Und ich habe dich gefragt: War unter seinen Vorfahren ein König? Du hast dies verneint. Und so sage ich mir: Wäre unter seinen Vorfahren ein König gewesen, so hätte ich mir gedacht, er sei ein Mann, der die Herrschaft seines Vorfahren einfordert. Und ich habe dich gefragt, ob ihr ihn der Lüge bezichtigt habt, bevor er diese Worte äußerte, und du hast dies verneint. Und so weiß ich, dass er kaum die Menschen belügt und dann über Allāh lügt. Und ich habe dich gefragt: Folgen ihm die Edelleute oder die Schwachen? Du hast erwähnt, dass ihm die Schwachen folgen, und genau sie sind die Anhänger der Gesandten. Und ich habe dich gefragt: Nehmen sie ab oder zu? Und du hast erwähnt, dass sie zunehmen. Und so ergeht es dem Glauben bis zu seiner Vollendung. Und ich habe dich gefragt: Fällt manch einer aus Hass gegen seine Religion vom Glauben ab, nachdem er sie angenommen hatte? Du hast dies verneint. Und so steht es um den Glauben, wenn seine Verheißung die Herzen durchdringt. Und ich habe dich gefragt: Betrügt er? Du hast dies verneint. Und auch die Gesandten betrügen nicht. Und ich habe dich gefragt, was er euch gebietet. Du hast erwähnt, dass er euch gebietet, Allāh allein zu verehren und Ihm nichts beizugesellen, und er verbietet euch die Götzenverehrung und weist euch zum Gebet, zur Ehrlichkeit und Keuschheit an. Wenn das, was du sagst, wahr ist, so wird er den Platz unter diesen meinen Füßen einnehmen. Ich habe gewusst, dass er erscheinen wird, doch habe ich nicht damit gerechnet, dass er einer von euch ist. Wüsste ich nur, wie ich zu ihm gelangen könnte, so nähme ich den langen Weg zu ihm auf mich. Und wäre ich bei ihm, wüsche ich ihm die Füße.' Darauf ließ er sich den Brief des Gesandten Allāhs ﷺ bringen, den dieser über Diḥya an den Herrscher Busras gerichtet hatte. Dieser reichte den Brief an Herakleios weiter. Er las ihn vor, darin stand: Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Von Muḥammad, dem Diener und Gesandten Allāhs, an Herakleios, den Würdenträger der Byzantiner. Friede sei mit dem, der der Rechtleitung folgt. Ich lade dich zum Ruf des Islams ein. Gib dich hin, so bist du errettet und Allāh beschert dir deine Belohnung zweifach. Wenn du dich aber abwendest, so lastet auf dir die Sünde der Untertanen. Und: „O ihr Leute der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch: Dass wir nur Allāh verehren und Ihm nichts beigesellen, und dass wir uns nicht gegenseitig zu Herren neben Allāh nehmen. Und wenn sie sich abwenden, so sagt: ‚Bezeugt, dass wir gottergeben sind!'“ ʾAbū Sufyān fügte hinzu: „Als er seine Rede beendet und den Brief verlesen hatte, wurde es um ihn unruhig und Stimmen wurden laut, und so wurden wir hinausgebeten. Als wir hinausgebeten wurden, sagte ich zu meinen Gefährten: ‚Die Sache mit Ibn ʾAbī Kabša ist so weit, dass ihn sogar der König der Blonden fürchtet!' Ich war ab jenem Zeitpunkt davon überzeugt, dass er die Oberhand gewinnen werde, bis Allāh mir schließlich eingab, den Islām anzunehmen.“ Ibn an-Nāṭūr war der Stadthalter von Jerusalem und Herakleios war der Bischof der Christen der Levante. Er erzählte, dass Herakleios eines Morgens schlecht gelaunt war, als er in Jerusalem war. Einer seiner Patrizier sagte zu ihm: „Deine Haltung missfällt uns.“ Ibn an-Nāṭūr erzählte: „Herakleios war ein Sterndeuter, der in die Sterne blickte. Als die Leute ihn fragten, antwortete er ihnen: ‚Ich habe heute Nacht, als ich in die Sterne blickte, gesehen, dass der König der Beschnittenen erschienen ist. Welche Völker hier praktizieren die Beschneidung?' Sie sagten: ‚Nur die Juden beschneiden. Um sie brauchst du dir keine Sorgen machen. Schreib an die Städte deines Herrschaftsgebiets, sie sollen alle Juden darin töten.' Während sie dem nachgingen, wurde Herakleios ein Mann gebracht, den der König vom Stamm Ġassān geschickt hatte. Er berichtete vom Gesandten Allāhs ﷺ. Als Herakleios ihn ausgefragt hatte, sagte er: ‚Geht und schaut, ob er beschnitten ist!' Und so schauten sie nach und berichteten ihm, er sei beschnitten. Und so fragte er ihn nach den Arabern. Er antwortete: ‚Sie kennen die Beschneidung.' Da sagte Herakleios: ‚Das ist der König dieser Nation, er ist also da.' Anschließend schrieb Herakleios an seinen Gefährten in Ostrom, der ihm im Wissen ebenbürtig war. Und so reiste Herakleios nach Homs, doch bevor er noch in Homs anlangte, erhielt er einen Brief seines Gefährten, in dem er Herakleios Meinung beipflichtete, dass der Prophet ﷺ bereits erschienen sei und dass er ein Prophet sei. Und so rief Herakleios die oströmischen Würdenträger in seinen Palast bei Homs. Anschließend hieß er die Tore schließen. Als sie geschlossen waren, blickte er auf und sagte: „O Römer, wollt ihr Erfolg und Rechtleitung, und dass eure Macht bestehen bleibt? Dann schwört diesem Propheten die Treue!“ Da stürzten sie sich wie Wildesel in Richtung der Tore, doch fanden sie sie verschlossen vor. Als Herakleios ihre Abneigung erkannte und die Hoffnung an den Glauben aufgab, sagte er: „Holt sie zurück!“ Dann sagte er: „Ich habe dies eben gesagt, um eure Standhaftigkeit in eurem Glauben zu prüfen. Diese habe ich nun gesehen.“ Und so warfen sie sich vor ihm nieder und hielten zu ihm. Und an dieser Überzeugung hielt Herakleios bis zuletzt fest.
Referenz: Al-Buḫārī 7
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