Al-Buḫārī — Hadis 63
Unterkapitel: Das Vortragen und die Lesung vor dem Überlieferer
Das Vorlesen und Vergleichen vor dem Ḥadīṯ-Gelehrten: al-Ḥasan, aṯ-Ṯawrī und Mālik sahen das Vorlesen als erlaubt an. Ein Gelehrter beweist das Vorlesen eines Ḥadīṯes beim Gelehrten mit dem Ḥadīṯ von Ḍimām ibn Ṯaʿlaba, der zum Propheten ﷺ sagte: „Hat Allāh dir aufgetragen, dass die Gebete zu beten sind?“ Er ﷺ antwortete: „Ja.“ Dieser Gelehrte argumentiert, dass er dies dem Propheten ﷺ vorsagte und dass Ḍimām dies so seinem Volk weitergab und die Leute dies akzeptierten. Mālik belegt dies zudem mit einem Schriftstück, das vor Leuten verlesen wird, die wiederum sagen, dass sie die Worte bezeugen, die ihnen vorgelesen wurden. Und wer dem Qurʾān-Gelehrten den Qurʾān vorträgt, kann später sagen, dass dieser Gelehrte ihn den Qurʾān gelehrt hat. Es lehrte uns Muḥammad ibn Salām, es lehrte uns Muḥammad ibn al-Ḥasan al-Wāsiṭī, von ʿAwf, von al-Ḥasan: „Man kann ohne Bedenken dem Gelehrten etwas verlesen.“ Und es berichtete uns Muḥammad ibn Yūsuf al-Firabrī, und es lehrte uns Muḥammad ibn ʾIsmāʿīl al-Buḫārī, er sagte: Es lehrte uns ʿUbaydullāh ibn Mūsā, von Sufyān: „Wenn dem Ḥadīṯ-Gelehrten vorgetragen wird, kannst du ohne Bedenken sagen: ‚Er hat es mir überliefert.‘“ Und ich hörte ʾAbā ʿĀṣim von Mālik und Sufyān überliefern, dass es keinen Unterschied macht, ob man beim Gelehrten vorliest oder ob er liest.
63. Von: Anas b. Mālik al-Anṣārī
Es lehrte uns ʿAbdullāh ibn Yūsuf, er sagte: Es lehrte uns al-Layṯ, von Saʿīd - er ist al-Maqburī - von Šarīk ibn ʿAbdillāh ibn ʾAbī Namir, dass er ʾAnas ibn Mālik sagen hörte: „Als wir einst beim Propheten ﷺ in der Moschee saßen, trabte ein Mann auf einem Kamel herein, ließ es in der Moschee kauern, dann band er es fest. Sodann fragte er in die Runde: ‚Wer von euch ist Muḥammad?' Der Prophet ﷺ lag auf den Ellbogen gestützt zwischen uns. Und so sagten wir: ‚Dieser helle Mann, der sich anlehnt.' Und so fragte ihn der Mann: ‚O Ibn ʿAbdilmuṭṭallib!' Darauf erwiderte ihm der Prophet ﷺ: ‚Ich höre?' Und so sagte er: ‚Ich frage dich und bitte dich, genau zu antworten, nimm es mir nicht übel!' Er ﷺ antwortete: ‚Frag, was dir beliebt!' Er sagte: ‚Ich frage dich bei deinem Herrn und dem Herrn deiner Vorväter: Ist es tatsächlich Allāh, der dich zu allen Menschen entsandte?' Er antwortete: ‚Bei Allāh, ja.' Er fuhr fort: ‚Ich beschwöre dich bei Allāh: Hat Allāh dich geheißen, dass wir die fünf Gebete am Tag und in der Nacht beten?' Er antwortete: ‚Bei Allāh, ja.' Er fuhr fort: ‚Ich beschwöre dich bei Allāh: Hat Allāh dich geheißen, dass wir diesen Monat im Jahr fasten?' Er antwortete: ‚Bei Allāh, ja.' Der Mann fuhr fort: ‚Ich beschwöre dich bei Allāh: Hat Allāh dich geheißen, dieses Almosen von den Reichen unter uns zu nehmen und an unsere Armen zu verteilen?' Darauf antwortete der Prophet ﷺ: ‚Bei Allāh, ja.' Und so sagte der Mann: ‚Ich glaube an das, womit du entsandt wurdest. Ich bin der Gesandte meines Volkes, das ich zurückgelassen habe. Ich bin Ḍimām ibn Ṯaʿlaba, ein Bruder des Stammes Banū Saʿd ibn Bakr.'“ Dies überliefern auch Mūsā und ʿAlī ibn ʿAbdilḥamīd, von Sulaymān, von Ṯābit, von ʾAnas, vom Propheten ﷺ so.
Referenz: Al-Buḫārī 63